Unterkonstruktion für den Camper-Ausbau: Holzunterbau

construction underneath the wooden panels using all the existing holes inside tha car chassis

Bevor auch nur eine schöne Möbelplatte ins Auto kommt, braucht es etwas Unspektakuläres, an dem später alles hängt: die Unterkonstruktion. Bei uns ist das der Holzunterbau plus die Befestigungspunkte und Schienen, an denen die eigentlichen Ausbauplatten sitzen. Sieht man später kaum – aber wenn es hier nicht stimmt, wackelt der ganze Ausbau.

Was wir unter Unterkonstruktion verstehen

Es geht um zwei Dinge: den tragenden Unterbau aus Holz und die Anbindung ans Fahrzeug. Also die Ebene, auf der Bett, Küche und Stauraum später aufbauen, und die Punkte, an denen diese Ebene fest, aber lösbar mit der Karosserie verbunden ist.

Material

Wir arbeiten fast durchgehend mit 12 mm Multiplex. Das ist der Kompromiss, mit dem wir beim ganzen Ausbau leben: stabil genug für unsere Zwecke, aber deutlich leichter als die 15 oder 18 mm, die viele Ausbauer verbauen. Beim Defender zählt jedes Kilo Zuladung – dazu später mehr im Innenausbau. Um diese Platten verschrauben zu können, haben wir normale Holzleisten mit Lasur behandelt, auf Länge geschnitten und als Rahmenverbund aufgeschraubt. (→ Konstruktion Innenausbau).

Acustical insulation and thermal insulation next to each other

Befestigung: vorhandene Löcher nutzen, wo es geht

Der Defender ist voller Befestigungspunkte, wenn man weiß, wo man schaut. Unsere Holzleisten verlaufen deshalb auch mehr oder mindern kreuz und quer, da wir bereits gebohrte Befestigungspunkte ausnutzen wollten. Wir haben eine Mischung aus vorhandenen und neu gesetzten Löchern verwendet:

  • Im Radkasten und im Bodenblech waren schon Löcher von den ausgebauten hinteren Sitzbänken – die haben wir weiterverwendet.
  • An den Seiten ließen sich die vorhandenen Löcher der ursprünglichen Innenverkleidung nutzen.
  • Am Dach kam ein Aluwinkel dazu, an dem die oberen Platten Halt finden.

Wo nichts Passendes da war, haben wir neu gebohrt. So bleibt die Zahl der zusätzlichen Löcher im Blech überschaubar – jedes neue Loch ist eine potenzielle Roststelle, und davon hatten wir bei Eddie schon genug. (→ Trittbleche, → Hecktraverse). Die neuen Löcher haben wir deshalb alle mit Owatrol behandelt und mit Nietmuttern versehen. Die Holzeisten können also ohne Kontermuttern einfach verschraubt und auch wieder gelöst werden. 


existing hole in the car trim for the substructure
Substructure aluminum strip for screwing the cabinets together

Warum stabil und demontierbar zugleich

Unser Leitgedanke war: fest im Fahrbetrieb, aber jederzeit wieder auseinandernehmbar und verbesserbar. Ein Camper-Ausbau ist nie „fertig”, man lernt unterwegs, was fehlt. Deshalb ist alles verschraubt statt verklebt oder verschweißt – wenn wir in zwei Jahren etwas ändern wollen, lösen wir Schrauben, statt Material zu zerstören und fügen noch weitere Features hinzu.


Stolperfalle: Schwitzwasser

Der wichtigste Punkt, den man leicht übersieht: Feuchtigkeit. Zwischen kaltem Blech und Holz entsteht Schwitzwasser, und Holz, das dauerhaft feucht auf Metall liegt, arbeitet gegen dich. Achte auf die Dämmebene darunter, vermeide Stellen, an denen sich Kondens sammelt und nicht abtrocknen kann, und behandle das Holz an kritischen Kanten. Lieber jetzt daran denken als in zwei Jahren muffiges Multiplex ausbauen. Als Trennschicht eignet sich auch dünnes Armaflexband in 3mm stärker. 


Fazit

Die Unterkonstruktion ist der unsichtbare Held des Ausbaus. Sie kommt bei uns nach der Schalldämmung (→ Schalldämmung) und ist die Grundlage für alles, was danach folgt: den eigentlichen Innenausbau.


Closeup of the acustical insulation