Defender-Trittbleche schweißen: Wenn du durch den Fußraum auf die Straße schaust
Es gibt diesen Moment, in dem man sich eingestehen muss, dass ein bisschen Flugrost nicht mehr die richtige Beschreibung ist. Bei uns war das der Tag, an dem ich mich in den Fußraum gebeugt habe und durch das Bodenblech hindurch den Werkstattboden sehen konnte. Nicht schön, aber mal ganz ehrlich: Die Trittbleche im Defender gammeln. Fast jeder alte Landy hat dieses Problem, und Eddie ist da keine Ausnahme.
Warum die Trittbleche fast immer betroffen sind
Der Fußraum ist eine Feuchtigkeitsfalle. Schuhe schleppen Wasser, Salz und Dreck herein. Das Ganze sammelt sich unter den Matten, und darunter sitzt blankes Stahlblech. Dazu kommt die typische Defender-Bauweise mit vielen überlappenden Blechen und Nähten, in denen sich Feuchtigkeit hält. Das Ergebnis kennt jeder, der schon mal einen 20 Jahre alten Defender gekauft hat: Der Rost frisst sich von unten durch, bis irgendwann Löcher da sind. Bei uns so groß, dass Tageslicht durchkam.
Was wir gemacht haben
Reparaturbleche gibt es zwar zu kaufen, aber wir haben die Trittbleche aus Stahl selbst angefertigt und eingeschweißt. Das ist bei den relativ einfachen, flächigen Formen im Fußraum gut machbar – und man bekommt sauberes, kräftiges Material genau dort, wo das alte durchgefault ist.
Der grobe Ablauf:
Erst haben wir das gammelige Blech großzügig herausgetrennt, bis überall gesundes Metall zum Vorschein kam. Wer hier zu geizig wegschneidet, schweißt später an rostigem Untergrund – das hält nicht. Aus Pappe eine Schablone genommen, auf das neue Stahlblech übertragen, zugeschnitten und angepasst. Dann eingeschweißt, verschliffen, und die Nähte anschließend versiegelt und lackiert, damit der Rost nicht sofort wieder von vorne anfängt.
Später kam an dieser Stelle sowieso noch unsere Dämmung drauf: Alubutyl gegen die Vibration.
Stolperfallen
Schweißen im Fußraum ist Arbeit über Kopf und in verwinkelter Position – nichts, wo man mal eben eine schöne Naht zieht. Nimm dir Zeit, arbeite dich in Etappen vor und heize das dünne Blech nicht durch. Und ganz wichtig: Trenn vorher wirklich alles Rostige raus. Der häufigste Fehler ist, das neue Blech kosmetisch über die faule Stelle zu setzen. Dann sieht es ein Jahr gut aus und rostet darunter munter weiter.
Fazit
Kein schönes, aber ein ehrliches Stück Arbeit. Wenn du bei einem alten Defender durch den Boden schauen kannst, führt kein Weg dran vorbei – und sobald neues, versiegeltes Blech drin ist, hast du die Basis für alles Weitere: Dämmung, Boden, Ausbau. Beachte, dass sich weiterhin Feuchtigkeit sammeln wird. Wir haben mit dem Bodenblech, Alubutyl, Innenraumteppich und zusätzlich noch ein Gummifußabtreter vorgesorgt. Trotzdem lagert sich Feuchtigkeit durch die nassen Schuhe ab. Hier hilft es regelmäßig den Teppich und die Gummimatte zu entfernen und alles durchlüften zu lassen.
